Die prestigevollen Rezeptionsräume

Das Betreten des Schlosses erlebt sich wie eine Zeitreise durch die prächtigen, hintereinander angeordneten Empfangsräume. In den Schlaf- und Wohnräumen sorgen außergewöhnliche Stilmöbel, Stoffe und bemerkenswerte architektonische Elemente für einen eleganten Aufenthalt. Die große Sorgfalt und der Geschmack, die bei der Restaurierung der Räumlichkeiten sichtbar sind, führen zu einem einzigartigen Erlebnis einer raffinierten und fröhlichen französischen Lebensart.

Vier große Hauptempfangsräume wurden im Sinne der verschiedenen Epochen, zu denen sie gehören, renoviert. Eine akribische und technische Arbeit, die schwer zu leisten ist, da die verwendeten Materialien kostbar und einzigartig sind. So trägt das Know-how unserer Handwerker dazu bei, die Seele des Schlosses wiederzubeleben und unserem von Generation zu Generation vererbten Erbe treu zu bleiben.

Der Feuerraum oder “La Pièce à Feu“ ist der älteste Teil unserer Burg. Dieser Raum verweist auf den relativen Komfort, in dem der Fürst lebte. Die dicken und unebenen Wände zeigen zwei interessante architektonische Elemente. Erstens, der monumentale Kamin, der diesen Ort zum einzigen warmen Ort in der Villa machte. Dort versammelten und schliefen Herr und Diener zusammen. An der Ecke dieses Raumes befindet sich der von innen gut zugängliche Brunnen mit einem seitlichen Sitzplatz. Auch wenn dieser “Brandraum“ vor allem in Bezug auf die Fenster und die Lage der Tür einige Veränderungen erfahren hat, ist er ein interessantes Zeugnis der herrschaftlichen Wohnräume um das 15. Jahrhundert.

Das Rosa Wohnzimmer oder “Le Salon Rose“ führt uns zurück ins 16. Jahrhundert und zu den Entwicklungen von Marin de Vanssay. Abgesehen von den Fenstern und dem im 19. Jahrhundert renovierten Kamin zeigen die Volumen eine neue und komfortablere Lebensweise. Die Wappen der Familie Vanssay tauchen auf dem Kamin auf, und man kann überrascht sein, die typische bretonische Hermeline zu sehen. Die Bretonen, die Mitte des 9. Jahrhunderts in Maine eindrangen, ließen sich dort nieder, und einige Nachkommen der Venezianer, im lateinischen “venetiacus” siedelten sich in Vancé, eine kleinen Stadt wo der sie ihren Namen bezogten. Die Grafen von Vendôme übernahmen diesen Ort in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, was die Familie Vanssay zwang, sich in Conflans niederzulassen.

Der Große Speisesaal oder “La Grande Salle à Manger“ hat eine andere Deckenhöhe als der Vestibül, wir befinden uns im Flügel aus dem 17. Jahrhundert. Die imposanteren Proportionen dieses Speisesaals machen es bis zu einem gewissen Grad zu einem Zeremoniensaal. Der monumentale Porzellanschrank aus dem 18. Jahrhundert mit seinem interessanten Schlosserhandwerk ist echt beindruckend. Das Porträt von Charles-Achille de Vanssay erinnert uns an sein ereignisreiches Leben zu schwierigen Zeiten. Zuerst war er ein royalistischer Aufständischer in Berry während der Revolution, dann schloss er sich Napoleon an, der ihn zum Präfekten machte, um schliessendlich diese Funktion dann im Dienste Ludwigs XVIII. fortzusetzen. Er wird sich während der “Hundert Tage“ wieder verstecken müssen, um unter Karl X. wieder Präfekt zu werden. Kurz gesagt, der kleine Talleyrand unserer Familie!

Auch wenn sich der Große Salon oder “Le Grand Salon“ im Flügel aus dem 17. Jahrhundert befindet, wurde die Inneneinrichtung 1778 zur Hochzeit von Charles de Vanssay, dem Vater des Präfekten, neu unternommen. So wurden die Kartuschen und Möbel dieses grossen Wohnzimmers für diese Veranstaltung hergestellt. Was die Möbel betrifft, so sind die Farben der Bezüge dieser Satz von Sesseln und Sofas, speziell für diesen Raum entworfen, im Laufe der Jahrhunderte verbleicht worden. Wir arbeiten derzeit daran, sie zu retten, indem wir sie rehabilitieren, so dass sie einzeln mit ihrer Rückseite renoviert werden. Wir sind noch lange nicht fertig, aber wir sind begeistert von den leuchtenden Originalfarben, die wir entdeckt haben und die wir wiederbeleben.

Wichtige Daten in der Geschichte des Schlosses

  • La Pièce à Feu ist der älteste Teil der Burg.
  • Le Salon Rose führt uns zurück ins 16. Jahrhundert und zu den Entwicklungen von Marin de Vanssay.
  • La Grande Salle à Manger hat eine andere Deckenhöhe als der Vestibül, wir befinden uns im Flügel aus dem 17. Jahrhundert.
  • Im Grand Salon, im Flügel aus dem 17. Jahrhundert, wurde die Inneneinrichtung 1778 zur Hochzeit von Charles de Vanssay gewechselt.